Accessafe und 40Factory: C-MON-SAFE entsteht – die Software, die Safety in Maschinendaten bringt

C-MON-SAFE ist eine Software, die Maschinensicherheitsereignisse erkennt, nachverfolgt und dokumentiert und sie mit Prozessdaten verknüpft.

16 Apr. 2026
Bearbeitet von 40Factory

C-MON-SAFE entsteht aus einer klar definierten Eigenschaft von MAT: Es wurde über die Jahre als ein enabling Technology Stack konzipiert. Nicht nur eine Plattform, die Maschinen verbindet und Daten sammelt, sondern eine Grundlage, auf der neuer Wert geschaffen werden kann. In diesem Kontext wurde die MAT-Architektur von Accessafe gewählt, um die eigene Kompetenz im Bereich der Sicherheit zu stärken und eine Software zu entwickeln, die spezialisiertes Know-how in konkrete Lösungen für den Kunden überführt.

Das ist der spannendste Aspekt des Projekts. C-MON-SAFE zeigt, dass MAT keine geschlossene Plattform ist, sondern ein modulares Ökosystem, das spezifische Funktionen integrieren kann, die gemeinsam mit Partnern mit tiefgehender Fachkompetenz entwickelt werden. Accessafe hat die Safety-Komponente gestärkt, 40Factory hat die technologische Entwicklung ermöglicht, und der Endkunde erhält eine vollständigere und nützlichere Lösung. Darüber hinaus stellt Accessafe rund um die Software Services, Beratung, regulatorische Inhalte, Produkte und operative Unterstützung bereit. So wächst eine Plattform wirklich: nicht durch das bloße Hinzufügen von Funktionen, sondern indem sie anderen Akteuren ermöglicht, auf einer gemeinsamen Basis Wert zu schaffen.

Von der Norm zur operativen Praxis

Die Anforderung war klar: die operative Kontinuität der Risikoanalyse gemäß ISO 12100 sicherzustellen. Der Ausgangspunkt ist immer derselbe: Gefährdungen werden identifiziert, Risiken bewertet und Schutzmaßnahmen definiert. Doch nach diesen Schritten bleibt eine zentrale Frage offen: Wie lässt sich über die Zeit überprüfen, ob diese Maßnahmen tatsächlich wirksam sind? Wie erkennt man einen Bypass? Wie dokumentiert man nachvollziehbar, was passiert ist?

Um diese Fragen zu beantworten, hat Accessafe das technologische Framework von MAT und die Kompetenzen von 40Factory genutzt, um die Möglichkeit zu schaffen, Safety in eine datenbasierte Logik zu überführen.

C-MON-SAFE und SECURE-SAFE: zwei Ebenen, eine Logik

Architektonisch gliedert sich die Lösung in zwei Komponenten. C-MON-SAFE ist die Software, die in die MAT-Umgebung integriert ist und Sicherheitsereignisse erfasst und verwaltet. SECURE-SAFE ist dagegen eine separate Umgebung, die sicherheitskritische Ereignisse sowie zugehörige Daten und Dokumentation sammelt und zertifiziert.

Diese Unterscheidung ist wichtig, da sie die Rollen klar definiert: Die erste Komponente agiert als operatives Modul innerhalb von MAT; die zweite als zertifiziertes Repository, das zum Einsatz kommt, wenn ein Ereignis ein höheres Maß an Integrität, Aufbewahrung und Beweiswert erfordert.

„Mit C-MON-SAFE haben wir Daten in einen Bereich gebracht, in dem sie oft noch fragmentiert oder rein dokumentarisch behandelt werden“, erklärt Filippo Ghelfi, CTO von 40Factory. „Die Lösung meldet nicht nur ein Problem, sondern hilft dabei, es zu verstehen, nachzuverfolgen und auf einer deutlich solideren Informationsbasis zu managen.“

Wie C-MON-SAFE in der Praxis funktioniert

Operativ werden die überwachten Ereignisse ausgehend von der Risikoanalyse konfiguriert: Sie können standardisiert oder individuell auf die jeweilige Maschine zugeschnitten sein. Nach der Definition werden sie über die Zeit hinweg verfolgt, bei Bedarf gemeldet, mit Prozessdaten kontextualisiert und in kritischen Fällen in zertifizierter Form archiviert. Das System ermöglicht somit nicht nur die Erkennung einer Anomalie, sondern deren Einordnung in eine klare, nachvollziehbare technische Historie.

Dieser Ansatz ist besonders relevant für Phänomene, die sich nicht als plötzliche Ausfälle zeigen, sondern als schleichende Verschlechterungen oder nicht autorisierte Änderungen. Ein konkretes Beispiel: Ein Instandhalter greift in die Maschine ein, um ein Sicherheitsgerät zu umgehen oder eine Softwareänderung vorzunehmen. Das System erkennt die Softwareänderung, erzeugt ein Ereignis hoher Kritikalität und hält eine Warnung aktiv, bis ein Supervisor die Anomalie formal übernimmt und deren Ursache über ein acknowledge begründet. Die Änderung wird nicht nur gemeldet: Sie bleibt einer klaren Verantwortung und einer nachvollziehbaren Spur zugeordnet.

Von der Erkennung zum Nachweis: die Rolle von SECURE-SAFE

Wenn ein Ereignis eine hohe Kritikalität erreicht, werden zugehörige Daten, Videos und Dokumente in SECURE-SAFE übertragen und dort zertifiziert sowie unveränderbar mithilfe der Blockchain-Technologie gespeichert. Jede Datei erhält einen eindeutigen Hash, der auf der Blockchain registriert wird, wodurch ihre Integrität über die Zeit gewährleistet und ihr Beweiswert gestärkt wird. Der Prozess endet somit nicht bei der Erkennung des Ereignisses, sondern führt zur Erstellung belastbarer Nachweise, die bei Prüfungen, Inspektionen oder rechtlichen Auseinandersetzungen genutzt werden können.

Neben Ereignissen ermöglicht das System auch die zertifizierte Speicherung technischer Dokumentation, technischer Dossiers, Softwarelogiken und Schulungsnachweise. Das Repository ist damit nicht nur ein passives Archiv, sondern ein strukturierter und nachvollziehbarer Zugangspunkt zu allen Informationen, die für das Verständnis der technischen und dokumentarischen Historie einer Maschine oder Anlage relevant sind. Dadurch wird der Wert von C-MON-SAFE weiter gestärkt, da die operative Ereignisverwaltung mit einem umfassenderen Service für Dokumentation, Nachvollziehbarkeit und Compliance-Support verbunden wird.

Ein Ökosystem, in dem auch Partner Geschäft machen können

Die Stärke dieser Entwicklung liegt auch im zugrunde liegenden Modell. C-MON-SAFE zeigt, dass MAT es Dritten ermöglicht, über vertikale Module zusätzlichen Wert zu schaffen, indem sie eine Plattform nutzen, die genau dafür ausgelegt ist. Für Partner wie Accessafe bedeutet das nicht nur eine technologische Erweiterung des eigenen Angebots für den Kunden, sondern auch die Möglichkeit, eigene spezialisierte Services in ein bereits bestehendes Ökosystem einzubringen: Beratung, regulatorische Inhalte, Konfiguration, Anpassung von Ereignissen und Unterstützung bei der Inbetriebnahme. C-MON-SAFE ist somit nicht einfach eine Software, sondern ein Einstiegspunkt in ein breiteres Wertangebot.

Für 40Factory bestätigt dies eine klare strategische Richtung: den Aufbau einer integrierten Plattform, in der Daten, Konnektivität und künstliche Intelligenz als Treiber für neue Services und Geschäftsmöglichkeiten dienen. Für Partner bedeutet das nicht nur eine Technologiebasis, sondern einen konkreten Raum, um ihren Markt zu entwickeln. Für Kunden bedeutet es umfassendere, spezialisiertere Lösungen, die näher an den realen Anforderungen der industriellen Automatisierung liegen.

„Mit C-MON-SAFE und SECURE-SAFE schließen wir etwas, das wir lange angestrebt haben: ein System, das den gesamten Lebenszyklus der Maschinensicherheit im operativen Alltag abdeckt. Accessafe arbeitet seit jeher an der Sicherheit von Maschinen, von der Entwicklung bis zur kontinuierlichen Wartung. Ein Software-Ökosystem zu haben, das den Status von Sicherheitseinrichtungen in Echtzeit erfasst und im Fehlerfall nachvollziehbare Nachweise erzeugt, schließt eine Lücke, die zuvor offen blieb. Die Partnerschaft mit 40Factory hat es uns ermöglicht, auf einer bereits etablierten Infrastruktur aufzubauen und eine konkrete Lösung auf den Markt zu bringen, die Maschinensicherheit zu einem beobachtbaren, dokumentierten und überprüfbaren System macht.“ Guido Citterio, CEO von Accessafe.

Ein Projekt mit Zukunft

„C-MON-SAFE ist aus technischer Sicht eine Lösung, die Sicherheit über Daten besser monitorbar, nachvollziehbar, überprüfbar und steuerbar macht. Für uns bedeutet es jedoch mehr. Um schnell und nachhaltig zu wachsen, investiert 40Factory nicht nur in die direkte Entwicklung eigener Technologien, sondern auch in strategische Integrationen, die die Plattform durch komplementäre Kompetenzen erweitern. In dieser Vision ist MAT nicht nur ein Produkt: Es ist ein technologischer Enabler, der es anderen Akteuren ermöglicht, spezialisierte Module auf den Markt zu bringen und neue Geschäftsmöglichkeiten für 40Factory, Partner und Endkunden zu schaffen“, kommentiert Camillo Ghelfi, CEO von 40Factory.

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